Bericht über den Erasmus+-Austausch nach Kreta (04. Oktober – 11. Oktober 2025)

Nach monatelanger intensiver Vorbereitung machten wir uns am 4. Oktober 2025 als erste Gruppe des Gymnasiums auf dem Asterstein auf den Weg nach Kreta. Diese Reise fand im Rahmen des Erasmus+ Programms statt und hatte zum Ziel, die Themen Fremdsprachenförderung (Englisch), Nachhaltigkeit, Demokratie, Kulturerbe und interkulturellen Austausch in Europa zu fördern. Die entsprechende Vorbereitung begann im Schuljahr 24/25 innerhalb der Erasmus+ AG, wo beispielsweise das „Das Tagebuch der Anne Frank“ auf Englisch gelesen wurde. Gemeinsam mit der First Experimental High School of Chania arbeiteten wir an verschiedenen weiteren Projekten und lernten nicht nur viel über die Kultur und Geschichte Kretas, sondern auch darüber, wie diese Themen in verschiedenen Ländern behandelt werden. Unsere Gruppe bestand aus zehn Schülerinnen und Schülern aus Klassenstufe 8 und 9 sowie den begleitenden Lehrern Frau Höher und Herrn Wroblewski.

Am Samstag, den 4. Oktober, begann unsere Reise pünktlich um 08:20 Uhr am Koblenzer Hauptbahnhof. Am Abend wurden wir dann herzlich von unseren Gastfamilien empfangen, die uns während des Aufenthalts betreuten.

Der Sonntag begann mit einer Stadtrallye durch die Altstadt von Chania. Diese beeindruckte uns mit ihrer venezianischen Architektur und den verwinkelten Gassen. Besonders der „Balkon von Chania“ bot einen atemberaubenden Ausblick auf die Stadt und das Meer. Am Abend trafen wir uns zu einer gemeinsamen Bowlingrunde, was nicht nur für viel Spaß sorgte, sondern uns auch die Möglichkeit gab, die griechischen Austauschpartner besser kennenzulernen.

Am Montag und Mittwoch verbrachten wir viel Zeit in der Schule. In verschiedenen Workshops beschäftigten wir uns intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit in Schulen. Wir diskutierten, wie Schulen ihren ökologischen Fußabdruck verringern und nachhaltiger arbeiten können. Eine kreative und lehrreiche Aktivität war das Erstellen von „Silent Books“ – Bilderbücher, die ohne Worte Geschichten erzählen. Dies half uns, auf kreative Weise zu kommunizieren und zeigte uns, wie Kunst und Bilder genutzt werden können, um Inhalte zu vermitteln.

Zusätzlich arbeiteten wir mit Schülern der örtlichen Grundschule zusammen. Wir bearbeiteten beispielsweise gemeinsam einen englischen Text und nahmen im Anschluss an einer Unterrichtsstunde teil. Diese Erfahrung gab uns die Gelegenheit, das griechische Bildungssystem besser kennenzulernen und uns mit den Schülern vor Ort auszutauschen.

Am Dienstag unternahmen wir einen Ausflug nach Kandanos, einem Dorf, das für seine Geschichte im Zweiten Weltkrieg bekannt ist. Der Ort hat eine bewegte Vergangenheit, und wir wurden über die Ereignisse informiert, die zur Zerstörung des Dorfes und dem Verlust vieler Menschenleben führten. Besonders eindrucksvoll war der Besuch einer Gedenkstätte, die den Opfern gewidmet ist. Danach fuhren wir nach Paleochora, einem malerischen Küstenort, wo wir in einem lokalen Restaurant zu Mittag aßen. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung, sodass wir die abwechslungsreichen Läden in dem kleinen Ort besuchen oder einen Spaziergang am Strand unternehmen konnten.

Der Donnerstag begann mit einem Besuch der Orthodoxen Akademie von Kreta, wo wir uns einen Vortrag zum Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz anhören durften. Anschließend fuhren wir zu einer Olivenölplantage und -fabrik, wo wir einen spannenden Einblick in den gesamten Prozess der Olivenölproduktion erhielten – von der Ernte der Oliven bis zur Abfüllung des fertigen Öls. Als Erinnerung an diesen informativen Tag erhielt jeder von uns eine Flasche Olivenöl als Andenken. Am Abend organisierte die gastgebende Schule einen Abschiedsabend mit traditionellen kretischen Tanzvorstellungen sowie einem von den griechischen Eltern ausgerichteten Buffet mit griechischen und kretischen Gerichten.

Am Freitag, dem letzten Tag unseres Aufenthalts, hatten wir noch Zeit, uns von unseren Gastfamilien zu verabschieden und die letzten Eindrücke von Chania zu sammeln. Am Nachmittag wurden wir zum Flughafen gebracht und traten unseren Rückflug nach Deutschland an. Trotz einigen Verzögerungen landeten wir am Abend des 11. Oktober wieder sicher in Koblenz.

Diese Erasmus+-Woche auf Kreta war für uns eine sehr bereichernde Erfahrung. Wir konnten nicht nur viel über die griechische Kultur, Geschichte und das Bildungssystem lernen, sondern auch wertvolle neue Freundschaften schließen und gemeinsam an wichtigen Themen wie Nachhaltigkeit und Demokratie arbeiten. Besonders beeindruckt hat uns die Gastfreundschaft, mit der wir in Kreta empfangen wurden, sowie die vielen unterschiedlichen Perspektiven, die wir während der verschiedenen Workshops und Ausflüge gewinnen konnten. Wir sind dankbar für die Möglichkeit, an diesem Austausch teilzunehmen, und hoffen, dass solche internationalen Begegnungen auch in Zukunft stattfinden werden, um den europäischen Zusammenhalt weiter zu stärken.

 

Jule Riddermann, 9a

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